|
Das Lamm öffnet die
ersten sechs Siegel: Offb 6, 1-17 Die
Stimme, die zuerst zu mir gesprochen hatte, sagte: Schau zu. Nun wird
dir enthüllt, was geschehen kann, wenn die Liebe fehlt.
Also machte ich die Augen wieder auf und sah, wie das Lamm das erste
Siegel der Schriftrolle öffnete. Und das Lebewesen, das wie ein Löwe
ausah, rief mit donnernder Stimme: Seht zu, dass ihr das verhindert. Ihr
könnt es.
Da
kam ein Reiter auf einem weißen Pferd herbei. Er war schwer gepanzert
und bis an die Zähne bewaffnet. Er hatte einen Bogen und schoss
unentwegt Pfeile ab. Auf einmal kam ein großer Speer geflogen und warf
ihn aus dem Sattel.
Als
das Lamm das zweite Siegel öffnete, rief das Lebewesen, das wie ein
Stier aussah, mit donnernder Stimme: Seht zu, dass ihr das verhindert.
Ihr könnt es.
Da
erschien ein Reiter auf einem roten Pferd. Er hatte eine Fackel in der
Hand und ritt von Haus zu Haus und legte überall Feuer. Vor einem der
brennenden Häuser brachte er sein Pferd zum Stehen und sah mit
Genugtuung zu, wie die Flammen das Dach erfassten. Da fiel ein
brennender Balken herunter und erschlug ihn.
Als
das Lamm das dritte Siegel öffnete, rief das Lebewesen, das wie ein
Mensch aussah, mit donnernder Stimme: Seht zu, dass ihr das verhindert.
Ihr könnt es.
Da
sah ich einen Reiter auf einem schwarzen Pferd. Er hatte eine Waage und
einen Sack Getreide. Hungernde Menschen kamen herbei und hielten ihm
ihre Schalen hin. Doch er lachte und schüttete den Sack aus. Auf einmal
wurde der leere Sack zentnerschwer und riss ihn vom Pferd.
Als
das Lamm das vierte Siegel öffnete, rief das Lebewesen, das wie ein
Adler aussah, mit donnernder Stimme: Seht zu, dass ihr das verhindert.
Ihr könnt es.
Und
ich sah einen leichenblassen Reiter auf einem aschfahlen Pferd. Er hatte
ein Tuch umgebunden, das voll mit Samen war. Wieder und wieder griff er
in das Tuch und streute die Samen aus. Menschen kamen herbei und lasen
die Samen auf. Jeder, der einen der Samen angriff, wurde leichenblass
und sank zu Boden. Schließlich sank der Reiter selbst vom Pferd.
Das
Lamm öffnete nun das fünfte Siegel, und ein mächtiger Engel sagte: Lasst
eure Liebe leuchten. Ihr könnt es.
Und
ich sah ein Gefängnis. In dem waren Menschen eingesperrt, die sollten
gefoltert und getötet werden, weil sie sich zu dem höchsten Herrn und
dem Lamm bekannt hatten. Da kam eine Frau, die hatte eine Rose mit
großen Dornen in der Hand, und von ihrer Hand tropfte Blut zur Erde. Sie
berührte mit der Rose das Schloss der Gefängnistür, und die Tür sprang
auf.
Das
Lamm öffnete nun das sechste Siegel, und ein anderer Engel sagte: Lasst
eure Liebe leuchten. Ihr könnt es.
Und
ich sah hoch oben einen kleinen schwarzen Punkt, der immer schneller
herunterfiel und immer größer wurde. Er wuchs zu einer ungeheuren Masse
an. Mir wurde klar, dass das ganze Weltall zerstört werden würde, wenn
er uns treffen sollte. Da rief ich verzweifelt immer wieder: Gebt euch
die Hände!
Die
Menschen, die aus dem Gefängnis herauskamen, begannen zögernd, einander
die Hände zu reichen, und die schwarze Masse kam immer näher, und es
wurde immer finsterer. Endlich kam der letzte heraus und reichte dem
ersten die Hand, sodass ein geschlossener Kreis entstand. In diesem
Augenblick änderte die schwarze Masse die Richtung und schoss an uns
vorbei, und es wurde strahlend hell.
|